Feed on
Posts
Comments

Schein und Sein

Information ohne Reibungsverluste

Transparenz ist eines der Themen, welche meiner Meinung nach die Entwicklungen im Internet nachhaltig prägen. Sei es z.B. in Form von Unternehmen-Blogs oder privaten Profilen in Social-Networks. Alles wird transparenter und barrierefreier.
Den geringsten Preis für ein beliebiges Produkt kann ich genauso schnell und valide bestimmen wie den Aufenthaltsort eines alten Schulfreundes. Ich brauche nirgendwo hinfahren, Niemanden persönlich fragen oder anrufen. Vorausgesetzt, das Produkt ist keines mit Exklusiv-Vertrieb und mein Schulfreund aktualisiert sein Facebook-Status regelmäßig.

Wenn alle im gläsernen Haus sitzen, kann niemand mit Steinen werfen

Damit sind wir auch schon bei den Grenzen der Transparenz und den Anfängen von geistigen Eigentum und Privatsphäre. Genau hier ist auch die individuelle Kompetenz gefragt. Die zunächst technologisch bedingte Transparenz erwischt Manche auf dem falschen Fuß und an Manchen geht sie bisher auch gänzlich vorbei. Die Einen gehen naiv mit Ihren persönlichen Daten um, ohne sich der Bedeutung bewusst zu sein. Die Anderen scheuen aus Angst vor dem „Internet“ jegliche Partizipation. Die Mehrheit bewegt sich wohl irgendwo dazwischen.

Es wird laut gebellt, weil das Gebiss die Zähne verloren hat

Die Möglichkeiten im Zuge der Transparenz präsentieren sich meiner Meinung nach mindestens so positiv wie negativ. Ein wesentlicher Aspekt der Entwicklung per se ist das Aufbrechen alter Strukturen. Gerade für ein junges Unternehmen wie das unsere,  bedeutet ein Brechen mit alten Strukturen ein Meer voller Chancen. Chancen, sich Kompetenzen zu erarbeiten, die einem langfristig einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Wer das Gefühl hat, die Chance zu verpassen, schreitet nicht selten zum verzweifelten Gegenangriff.

Erscheinen im besseren Licht wirft dunkle Schatten

So ähnlich kommt es mir derzeit z.B. bei der Debatte um die „Datenkrake“ Google vor. Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei auch partiell um eine Schein-Debatte, bei der es mehr um die Erzeugung einer Anti-Stimmung geht als um Fakten. Google wird instrumentalisiert, um die Verlage in Relation zu dem „bösen Internet“ im besseren Licht erscheinen zu lassen. Wenn man genauer hinschaut, erkennt man doch einige Argumentationsdefizite.
Grundsätzlich sind wir natürlich pro Internet. Denn genau dies ist unser Geschäft und hier liegen unsere Chancen. Trotzdem betrachten wir die Datennutzungsproblematik nicht unkritisch. Somit empfinden wir weder Mitleid mit den Verlagen oder Navigationsgeräte-Herstellern, noch sind wir Google-Jünger.
Jedoch blicken Unternehmen wie Google mit ihrem Geschäftsmodell in eine erfolgreichere Zukunft als Verlage mit konventionellen Geschäftsmodellen.
Es scheint mir zumindest so zu sein.

Leave a Reply