Webdesign Trends 2017: Risiken und Nebenwirkungen

 

Beurteilen Sie andere nach ihrem Aussehen? Falls Sie diese Frage mit “Nein” beantworten: Sicherlich tun Sie es, wenn Sie eine Webseite aufrufen! Innerhalb von Sekundenbruchteilen lassen wir Internetuser uns von dem Layout einer Seite beeindrucken oder abschrecken. Hilfreich für einen besonders angetanen ersten Eindruck ist die Verwendung von trendigen Elementen, die einer Internetpräsenz ein besonders modernes Aussehen verleihen. Welche Webdesign Trends fallen im Jahr 2017 besonders ins Auge? Und ist es ratsam, diesen Trends bedingungslos zu folgen? Taugen sie gar als Standardrezept für erfolgreiche Kundenbindung oder erhöhte Conversion-Raten? Oder kann die Verwendung bestimmter Webdesign-Trend-Elemente sogar negativen Einfluss auf das Verhalten Ihrer virtuellen Besucher nehmen?

 

Um die letzte Frage zuerst zu beantworten: Ja, das können sie in der Tat. Für Webdesigner ist es von besonderer Wichtigkeit, Trends zu kennen und kreativ zu bedienen. Aber erfolgreiches Webdesign folgt Trends sicherlich nicht blind und nutzt sie nicht als Standartrezeptur. Denn nicht jeder Trend ist nützlich, hilfreich oder passend für jede beliebige Internetseite. Sogar gute Trends können sich in ihr Gegenteil verkehren: Dann nämlich, wenn sie die Usability einer Seite beeinträchtigen.

 

Wir haben Ihnen im Folgenden drei besonders einflussreiche Webdesign Trends 2017 zusammengestellt und Hinweise bezüglich einer sinnvollen Verwendung hinzugefügt. Damit “Liebe auf den ersten Blick” nicht zu einem “Misserfolg beim zweiten Klick” wird…

Web-Trend #1: Leuchtende Farben

 Webdesign trend helle farben

screenshopt von https://www.webpagefx.com

2017 ist ein ereignisreiches Jahr: Neue Produkte und Start-Ups schießen aus dem Boden wie die Pilze in diesem regenreichen Jahr. Leuchtende, helle Farben sind besonders geeignet, unsere Aufmerksamkeit zu erregen und positive Gefühle zu erzeugen. Vielleicht ist dies der Grund für einen Siegeszug einer beinahe schon grellen Farbgebung im Webdesign. Während dunkle, neutrale oder pastellene Farben eine eher entspannte und diskrete Atmosphäre erschaffen, stehen leuchtende Farben für Spaß, Energie und Kraft. Aber so anziehend die Verwendung leuchtender Farbtöne auch sein mag - sie kann leicht dazu führen, die Nutzererfahrung negativ zu beeinträchtigen.

 

Gefahren und mögliche Nebenwirkungen:

  1. Leuchtende Farben sind anstrengend für die Augen: Sie könnten dazu führen, dass Besucher Ihre Webseite verlassen, um die Augen wieder entspannen zu können.
  2. Grelle Farben, die neben Text platziert sind, können das Lesen zu einer anstrengenden oder nervigen Angelegenheit machen. Dies kann dazu führen, dass die negativen Gefühle beim Lesen unbewusst auf den Inhalt des Textes übertragen werden.

 

Tun Sie’s:

  • Gleichen Sie leuchtende Farben mit größeren Bereichen dunkler oder neutraler Farben aus.
  • Benutzen Sie leuchtende Farben sparsam oder bei Details, um Aufmerksamkeit zu erregen und den Nutzer zu leiten.
  • Benutzen Sie leuchtende Farben für großformatige Typografie.
  • Benutzen Sie leuchtende Farben, um etwas zu “unterstreichen”, um Inhalte oder interaktive Elemente zu betonen.

 

Tun Sie’s nicht:

  • Benutzen Sie leuchtende Farben nicht für große Bereiche oder als Hintergrundfarbe.
  • Benutzen Sie nicht zu viele verschiedene leuchtende Farben auf einer einzelnen Seite oder zu nahe beieinander.
  • Setzen Sie keine leuchtenden Farben hinter oder direkt neben Ihre wichtigsten Textelemente.

 

Webdesign Trend #2: Experimentelles Layout

 webdesign trend experimental

screenshopt von http://www.conduitstudio.com/

Welcher Designer setzt seiner Kreativität schon gerne Grenzen? Wer lässt sich gerne von den Gesetzen der Harmonie, Symmetrie und Proportionalität einengen? Im Jahr 2017 sind experimentelle Layouts weiterhin im Aufwind und fügen einen erfrischenden Chaosfaktor mit einzigartigen, unausgewogenen und atypischen Kompositionen in unser Webdesign. Fotografien, Typografien oder Oberflächen sind nicht unbedingt bündig gesetzt; Elemente haben unterschiedliche Rahmungen oder neigen dazu, sich zu überlappen.

 

Gefahren und mögliche Nebenwirkungen:

  1. Unser tägliches Leben ist chaotisch genug. Brauchen wir wirklich noch mehr davon, während wir im Internet auf der Suche nach Informationen sind? Die verspielte Unausgewogenheit experimenteller Layouts kann leicht dazu führen, dass unsere Augen eine Webseite nicht mehr einfach “scannen” und Informationen umgehend finden können. Dafür ist ein strukturiertes Layout nötig.
  2. Visuelle Hierarchie leitet den User durch den Inhalt einer Website. In experimentellen Layouts treiben Elemente oftmals auseinander und zerteilen die Inhalte in seltsame, manchmal zufällige Einzelteile. Elemente können sich überlappen und unsichtbar werden oder in Seitenbereiche verschwinden, die weniger gut sichtbar sind. Dies macht es Lesern natürlich schwer, die Informationen aufzunehmen, zu sortieren und zu verarbeiten.

 

Tun Sie’s:

  • Benutzen Sie ein experiementelles Layout, wenn es auf Ihrer Webseite nicht schwerpunktmäßig darum geht, Texte zum Lesen zur Verfügung zu stellen.
  • Nutzen Sie “schiefe” Elemente als spielerisches Element zwischen strukturierten und gerade ausgerichteten Blöcken.
  • Gruppieren Sie zusammengehörige Elemente und trennen Sie sorgfältig verschiedene Bereiche.
  • Benutzen Sie sich überlappende Elemente nur, wenn Sie über eine kontrastreiche Gestaltung und Typographie in ausreichender Größe verfügen.

 

Tun Sie’s nicht:

  • Benutzen Sie kein experimentelles Layout für Webseiten mit viel Content.
  • Wenn Sie wissen, dass Ihre Zielgruppe wenig Zeit zum Surfen aufwendet (oder aufwenden kann), verwenden Sie kein experimentelles Design.
  • Verstreuen Sie keine Elemente nach dem Zufallsprinzip über eine Seite: Ein wenig grundsätzliche Ausrichtung muss sein.
  • Benutzen Sie Überlappungen nicht willkürlich: Bedenken Sie Kontraste und Beziehungen zwischen den Elementen.

 

Web-Trend #3: Kleine Details

 webdesign trends details

screenshopt von http://www.matteocianfarani.com

Minimalistisches Design war und ist ein populärer Trend - zur Zeit können wir jedoch einen Webdesign Trend hin zu Layouts mit mehr Details feststellen. Dafür gibt es Gründe: Minimalistisches Webdesign kann per definitionem nicht so viele Elemente bieten, die den Nutzern Freude bereiten und die eine Webseite einzigartig machen. Oberflächen mit kleinen Details können das Auge des Betrachters führen: Von weniger bedeutenden wie kleinen Navigationselementen bis hin zu beweglichen Elementen, die keine Funktion besitzen. Bewegliche dekorative Icons, Unterstreichungen, kleine geometrische Figuren und Fragmente werden immer beliebter und können als ausgleichende oder trennende Bestandteile dienen, als Hinweise auf Inhalte, etwa wie nützliche grafische Kommentare.  

 

Gefahren und mögliche Nebenwirkungen:

  1. Kleine Details können nützlich sein, um die Aufmerksamkeit des Betrachters zu lenken und die Nutzer zu erfreuen. Sie können aber mit den wichtigen Inhaltselementen wie Navigation und Content in Konkurrenz treten. Zu viele kleine Details können überfordern; sie können die optische Hierarchie stören und verwirren dann eher als den Usern zu helfen, auf der Seite zu navigieren und Informationen zu finden. Kleine Details, die keinen Sinn machen, werden so zu Störungen.
  2. Kleine Details werden oft zu dekorativen Zwecken genutzt und in der Nähe von Bildern und Typos platziert, manchmal überlappen sie sich mit diesen sogar. Hin und wieder folgen sie der Scrollbewegung oder dem Mouse-Zeiger. Dadurch erregen sie viel Aufmerksamkeit und dürfen nur so eingesetzt werden, dass sie die Lesbarkeit einer Seite nicht gefährden.  

 

Tun Sie’s:

  • Wenn Sie kleine Details einsetzen, seien Sie sich immer des eigentlichen  Inhalts Ihrer Webseite bewusst und stellen Sie sicher, dass die Lesbarkeit des Contents nicht gestört wird.
  • Benutzen Sie kleine Details als optische “Hinweise” oder um Inhalte optisch zu trennen.
  • Nutzen Sie kleine Details in Verbindung mit einem minimalistischen oder sehr aufgeräumten Layout.
  • Versuchen Sie kleine Details zu kontextualisieren oder geben Sie ihnen einen bestimmten Sinn, um sie relevant für den Content zu machen.

 

Tun Sie’s nicht:

  • Benutzen Sie kleine Details nicht auf Seiten, die besonders inhaltslastig sind.
  • Benutzen Sie Details nicht nach dem Zufallsprinzip. Vermeiden Sie Details, die keinen “Sinn” haben oder nicht dabei helfen, Ihre “Story” zu erzählen.
  • Differenzieren Sie deutlich zwischen funktionslosen Details und der Navigation.
  • Behandeln Sie kleine Details als Auflockerung und Vergnügen “zwischendurch” und nicht als wichtigste Komponente Ihres Designs

 

Die Webdesign Agentur unter die Lupe nehmen

Sie haben eine Webdesign Agentur dafür engagiert, Ihnen eine neue Homepage zu entwerfen und zu programmieren? Nehmen Sie doch einmal die Entwürfe genauer unter die Lupe und klopfen Sie sie auf die Verwendung von aktuellen Design Trends ab: Wurden alle Klippen umschifft und die ideale Balance zwischen aufregendem modernen Design und Nutzerfreundlichkeit gefunden?  

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